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Unglaublich aber wahr 2

Mit der mir vorliegenden Genehmigung der jeweiligen Autoren und Rechteinhaber veröffentliche ich hier Nachrichten und Bewertungen, die sich stellenweise wie ein (Kriminal-)Roman lesen; die Leser sollten diese Ausführungen eingehend zur Kenntnis nehmen, sich dabei durch eigene weitergehende Recherchen persönlich sachkundig machen und aus den jeweils eigenen Bewertungen die entsprechenden persönlichen Konsequenzen ziehen. Konsequenzen besonders auch, welche Mitgliedschaften man besser unterläßt und wo man sich statt dessen fruchtbringend (vor allem für die Störche!) engagiert.
Mögen die Schilderungen sich auch auf manchmal weiter zurückliegende Zeiträume und Geschehnisse beziehen: zu prüfen bleibt, inwieweit die darin offengelegten Denkweisen und Strukturen in heutiger Zeit noch fortdauern bzw. handlungsleitend sind! (Es geht mir also bei meinen Veröffentlichungen vor allem auch um den: exemplarischen Charakter als Impetus für Verbesserung der Verhältnisse.)
Ich beginne mit einem Vortrag von Michael Zimmermann, der sich im Großraum Erlangen-Höchstadt Jahrzehnte erfolgreich um das Leben der Störche bemüht und verdient gemacht hat. Leider wurde sein Engagement und das seiner Mitstreiter von einigen Teilen nicht nur allzu oft gering geachtet sondern sogar behindert -- dies zum Leidwesen der Störche! Aber lesen sie selbst:

Von Störchen und Behörden
Festvortrag von Michael Zimmermann
Gewidmet unserer lieben Christa
Beilage „Stiftung pro Weißstorch“

"Ich habe das Licht der Welt in der Neuen Straße erblickt. Wenn ich aus dem Küchenfenster schaute, bot sich nichts Aufregendes, mit einer Ausnahme: das Hinterhofmilieu wurde nach Westen zur Hauptstraße abgeschlossen vom großen Konsumgebäude, mit Backsteinen und Sandsteinen, aus der Gründerzeit. Dieses wurde nur überragt von einem Bauwerk in der Zedernstraße, dem Kamin der Hübnerbrauerei, der ein Storchennest trug.
Besitzer war übrigens mein späterer Bundesbruder Richard Hübner, sein Sohn Fritz Hübner wurde 30 Jahre später mein Leibfuchs.

Das Storchennest war der Grund, dass ich regelmäßig meine Nase an der Fensterscheibe platt drückte. Ganz beiläufig erfuhr ich von meiner Mutter, dass der Storch die kleinen Kinder bringt und auf meine Frage, woher, bekam ich zur Antwort: aus dem schönen Brunnen in Nürnberg. Man bräuchte nur etwas Zucker vors Fenster legen und ein entsprechendes Lied singen:
Storch, Storch, guter
bring mir einen Bruder,
Storch, Storch, bester
bring mir eine Schwester.

Die Story war mir nicht ganz geheuer, denn den Brunnen kannte ich als einen Ort, der dunkel, kalt und nass, also lebensfeindlich ist. Ich wurde belehrt, dass das im Schönen Brunnen ganz anders sei, da befände sich tief unten eine wunderbare Blumenwiese mit vielen Babys darauf, die der Storch auf Anforderung an die Eltern verteilt.
Ungefähr 70 Jahre später wartete ich auf dem Nürnberger Hauptmarkt am Schönen Brunnen, den wir als Treffpunkt abgemacht hatten, auf meine Frau. Ich war entweder zu früh oder sie zu spät, die Lücke füllte ein Fremdenführer, der seinen Zuhörern die Symbolik des Brunnens erklärte. Plötzlich, ich traute meinen Ohren kaum, kam er auf den Storch zu sprechen, der auf der Etage der Todsünden mit einem Baby im Schnabel dargestellt ist. Er sei das Symbol für Ehebruch, weil im Mittelalter ein Nürnberger Handwerksmeister, der seine Magd geschwängert hatte, diese zwang den „Bangert“ in den Brunnen zu werfen. Ein zufällig vorüber kommender Storch war mit dem Kindsmord nicht einverstanden und rettete das Kind. So wurde der Frevel offenbar und mir wurde klar, dass an den Erzählungen meiner Mutter vor 70 Jahren doch irgendwas dran war: der Schöne Brunnen ist das mythologische Zentrum des fränkischen Storchenvorkommens.
Als mir Anfang der 60-er unter dem Einfluss von Hubert Weinzierl, Bernhard Grzimek, Konrad Lorenz und Rolf Trummer das globale Artensterben bewusst wurde, beschloss ich einen persönlichen Beitrag dagegen zu leisten.
Ich beobachtete damals einen Brucker Nachbarn, wie er die Schwalbennester von seinem Haus herunterschlug und bot ihm an, schmutzfangende Brettchen unter seine Nester zu montieren. Er stimmte zu und meine Dienstleistung sprach sich herum, sodass ich in den darauf folgenden Jahren von April bis August eine Brettlänge von einigen Kilometern verarbeitete.
Das Foto (Anm.: hier nicht veröffentlicht, J.B.) zeigt die beiden einheimischen Arten Napfschwalben, links die Mehlschwalbe, die außen an den Häusern unter dem vorspringenden Dach brütet und die Rauchschwalbe, die innerhalb von Gebäuden brütet, bevorzugt in Rinderställen. Da es solche immer weniger gibt, ist die Rauchschwalbe am Erlöschen, während sich die Mehlschwalbe noch einigermaßen hält, man kann sie im Sommer in der Schiffstraße gut beobachten.
Ein andrer Ort meines Interesses waren die Kirchtürme, die damals aus Angst vor den verwilderten Haustauben und deren Kot radikal vergittert wurden zum Schaden der ökologisch wertvollen Kirchturmarten, wie Schleiereule, Turmfalke, Fledermäuse usw.
Mitte der 70-er hat sich nach 20-jähriger Abwesenheit ein Storchenpaar für den Kamin der Försterschen Gastwirtschaft in Möhrendorf interessiert. Mangels geeigneter Nestunterlage fiel das eingetragene Nistreisig aufs Dach herunter, das erbarmte die Anwohner und sie teilten diesen Notfall dem Erlanger Tagblatt mit. Dieses forderte den Artenschutz auf tätig zu werden und alsbald wurde die Angelegenheit vom Kreisgruppenvorstand mir angetragen. Ich wehrte mich zunächst mit der Bemerkung, dass ich vom Storch nichts verstünde, mein Vorstand reagierte zornig und teilte mir mit, mach irgendetwas, wir stehen unter öffentlichem Druck. Ich gehorchte und staunte nicht schlecht, als meine dilettantische Konstruktion erfolgreich war. Ich radelte fast jeden Abend nach Möhrendorf und spürte, dass vom Storch eine besondere Faszination ausging, die zur Folge hatte, dass ich in den darauf folgenden Jahren eine ganze Reihe von Nestunterlagen baute und montierte, eine davon in Rezelsdorf auf dem alten Schulhaus, auch dort hatte das eingetragene Nistmaterial keinen Halt und fiel aufs Dach, da die Saison schon fortgeschritten war, musste schnell gehandelt werden und ich habe den nötigen Lattenrost über Nacht gezimmert, was in einer Siemenswohnsiedlung nicht ganz einfach ist. Immer wenn ich merkte, dass an meinem Arbeitsplatz, wo gesägt und gehämmert wurde, in einer Wohnung ein Licht anging, zog ich 50 m weiter, bis dann auch dort auf meinen Arbeitslärm reagiert wurde, jedenfalls war am nächsten Morgen der Horst fertig und ich brachte ihn nach Rezelsdorf, ebenfalls mit Erfolg. Ein paar Wochen später erhielt ich von dort einen Notruf, dass das brutpflegende Männchen an einer elektrischen Freileitung ums Leben gekommen sei. Mit Hilfe der Feuerwehr barg ich das einzige noch lebende Jungtier, etwa eine Woche alt, da sein Belassen im Nest mit Sicherheit seinen Tod bedeutet hätte. Es war völlig ausgehungert, da seine Mutter schon einen ganzen Tag untätig auf die Nestablösung wartete. Ich nahm das Tier mit nach Hause und erfuhr, dass der LBV-Storchenexperte, nennen wir ihn Thomas Ziege, am nächsten Tag zur Beringung in die Gegend käme, damit er meinen Findling zu einer passenden Brut einhorste. Ich staunte nicht schlecht, als ich ein paar Tage später erfuhr, dass dies in Kairlindach geschah zu einem Paar, das in diesem Jahr überhaupt nicht brütete und also keinen Bruttrieb hatte. Die Presse, die von der abenteuerlichen Aktion Wind bekommen hatte, konnte an einen Erfolg nicht glauben und fuhr den Horst tags darauf noch einmal mit der Feuerwehrleiter an. Von Fritz, so wurde der Findling getauft, war nichts mehr zu sehen, wahrscheinlich hatten ihn seine überforderten Stiefeltern kurzerhand gefressen. Es erschien ein großer Presseartikel mit der Überschrift „Fritz ist tot“. Die tragische Fehlentscheidung von Thomas Ziege hat mich erschüttert und ich beschloss, auf diesen Experten nie wieder zurückzugreifen.
Im Mai 1977 schlüpfte in Oberreichenbach (zwischen Weisendorf und Emskirchen) das Storchenmädchen Twenty aus dem Ei. Zwischen ihrem Leben und dem meinigen sollten sich in den folgenden gut 30 Jahren zahlreiche Berührungspunkte ergeben. Zunächst aber ihr erster Ausflug aus dem Horst mit zirka 60 Tagen: er endete geradezu typisch für einen fränkischen Jungstorch: sie sauste in eine tückisch verlaufende elektrische Freileitung und stürzte ab. Sie wurde mit schweren Verletzungen an Beinen und Flügel aufgefunden und machte ihre erste Reise in den Nürnberger Tiergarten. Dort gibt es hervorragende Tierärzte, die Twenty wieder herrichten konnten. Mitte September wurde sie als geheilt entlassen. Der Storchenzug war schon abgefahren und Twenty hat eine wichtige Lern- und Prägephase bezüglich Afrikazug verpasst. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr und so kam es, dass Twenty ein Zugversager wurde, d. h. sie ist im Winter auf Zufütterung angewiesen. Sie interessierte sich bereits in den ersten Jahren für einen neu eingerichteten Horst auf der Klostermälzerei in Frauenaurach. So entschloss ich mich bei Frauenaurach einen Eimer mit Storchennahrung einzugraben. Mit folgender Überschlagsrechnung hat mir kürzlich mein Vorstand bewiesen, dass ich Millionär bin: Über 30 Jahre lang 150 Fütterungen jährlich geht so langsam gegen die Fütterung Nr. 5000, Zeitaufwand pro Fütterung (Futter einholen, aufbereiten, ausbringen, Reste beseitigen) zirka 3 Stunden pro Tag, als Arbeitslohn nehmen wir keinen zu hohen, sagen wir zirka 20 € pro Stunde, macht € 300.000, d. h. noch längst nicht Millionär!
1980 gab es in Frauenaurach einen großen Fortschritt im Erlanger Storchenschutz, am Bierweg nach Kriegenbrunn fiel mir ein vernässtes Wiesengrundstück auf. Ich erkundigte mich nach dem Besitzer und erfuhr, dass es Marianne Pfannenmüller, die Metzgermeisterin vom Erlanger Bahnhofsplatz, war. Meine Informanten fügten hinzu, sei vorsichtig mit der, die weiß was sie will! Ich zog meinen weißen Leinenanzug an, besorgte mir einen Blumenstrauß und ging in die Metzgerei. Dort trug ich ihr meinen Plan vor, aus ihrem Wiesengrundstück ein Biotop für das junge Frauenauracher Storchenpaar zu gestalten. Ihre Antwort kam nicht prompt und ich musste eine Phase des Überlegens abwarten, ihre Augen waren dabei gegen die Zimmerdecke gerichtet, und dann kam ihr Denkergebnis: „Auf Sie warte ich schon lange“. Umarmen konnte ich sie nicht, denn es war die Verkaufstheke dazwischen.
Dann wurde geplant und gebaut. Ich holte unseren Bundesbruder Erhard Göbel auf die Wiese, dann kamen seine Bagger. Es entstanden 4 Tümpel und eine größere Wasserfläche, die sich in der Zwischenzeit von der Baggerbarbarei wunderbar erholt haben und am Freitag, den 3. Juli 2009, Ziel unserer Markoexkursion war. Ich denke es waren alle von der Schönheit des Gebietes beeindruckt und ich habe Wert darauf gelegt, dass unter dem Namen „Marianne-Pfannenmüller-Biotop“ die Stifterin in gebührender Erinnerung bleiben soll.
Das Datum 28. 5. 1983 werde ich immer in Erinnerung behalten. Es hat ein paar Tage kalt geregnet, sodass ich nach Frauenaurach radelte, um mir über den Zustand von Twentys Brut ein Bild zu machen, Es fiel mir sofort auf, dass was nicht stimmte, denn beide Alttiere strichen vom Horst ab, während bei diesem Alter der Brut immer ein Alttier am Horst bleiben müsste. Ich rief sofort die Feuerwehr an und bat um die Drehleiter, mit deren Hilfe ich den Horst anfuhr, es bot sich ein schreckliches Bild, alle 4 Jungtiere, etwa 4 Wochen alt, waren tot. Die Horstmulde hatte sich durch den Regen in ein Schlammloch verwandelt, im Todeskampf schoben sich die Jungen bäuchlings zur sogenannten Kältepyramide hoch (Verkleinerung der gemeinsamen Oberfläche), die Köpfe hingen auf dem Rücken nach unten. Unter der Horstmulde traten einige Plastiktüten zutage, die Twenty und ihr Männchen Five als vermeintlich gutes Nistmaterial gesammelt und eingetragen haben, nicht ahnend, dass ihr Horst dadurch zur Todesfalle wurde. Als ich danach von der Drehleiter stieg, mit einem Korb voller toter Jungen, sprach mich eine ältere Anwohnerin an und sagte: „warum bist Du nicht gestern gekommen, da haben alle noch gelebt!“. Diese Kritik habe ich sehr ernst genommen und mir zum Arbeitsprinzip gemacht, du musst immer einen Tag vor der Katastrophe eingreifen. Ich fuhr am gleichen Tag noch einige Horste an und fand viele tote, aber auch noch einige lebende Jungtiere vor. Die Überlebenden wurden mit nach Hause genommen und im Warmbad mit anschließendem Fön wieder ins Leben zurückmassiert. Vorher rief ich noch meinen Arbeitskollegen Edmund Lenz aus Höchstadt an der Aisch an, mit der Bitte auch in seinem Raum zu retten, was noch zu retten war. Auch er war von dem Gesehenen dermaßen beeindruckt, dass er in seinem künftigen Leben den Storchenschutz nicht mehr aus den Augen verlor.
Es gibt noch eine Steigerung der beschriebenen grausamen Szenen: Neben den genannten Plastikfetzen tragen die Alttiere auch Plastikschnüre, wie sie bei den landwirtschaftlichen Pressen verwendet werden und mit dem Mist zum Teil wieder aufs Feld gelangen, zur Auspolsterung ins Nest. Die Schnüre spleißen beim Altern auf und jede einzelne Faser ist praktisch unzerreißbar, gerät ein Storchenbeinchen in eine solche Schlinge, dann wird diese beim Versuch sich daraus zu befreien immer enger und bringt das Beinchen, das normalerweise in dieser Phase ein sehr starkes Wachstum aufweist zum Absterben. Ein paarmal habe ich auch zwei zusammengebundene Jungtiere vorgefunden, die ein schlimmes Martyrium hinter sich hatten. Sterben durch Beinabschnürung ist der langsamste Tod, den man sich vorstellen kann. Aus diesen Erfahrungen haben Edmund Lenz und ich die Konsequenz gezogen, dass eine Horstbetreuung, die diesen Namen verdient, immer die Erhaltung der Brut im Auge behalten muss.
Ungefähr zur gleichen Zeit erschien das bayerische Storchengutachten, welches 300.000 DM kostete, dessen Notwendigkeit der LBV-Landesvorstand bei der Regierung in München zur Rettung des Weißstorchs in Bayern durchsetzte. Sein Aussagewert ist eher gering. Die hohen Verlustraten, die Edmund Lenz und ich in der hohen Nestlingssterblichkeit und kurz nach dem Ausfliegen in der hohen Unfallgefährdung durch elektrische Freileitungen besonders durch den Mittelspannungsmast mit horizontalen Isolatoren (Kriechstromgefährdung) sahen, wurden übersehen. Uns war nach der Lektüre sofort klar, dass dieses teure Gutachten in entscheidenden Punkten versagt hat und entschlossen uns eine Ergänzungsarbeit zu verfassen, die keine Unkosten verursacht hat. Aus Hilpoltstein (bei Roth), dem Landesitz des LBV, kam scharfe Kritik, man nannte uns illegale Horstfummler und dass der Storch schon wisse, wie er sein Nest zu bauen habe und dass nicht jedes Storchenjunge groß werden könne. Damit waren die alljährlichen Nestlingsverluste von landesweit zwischen 200 und 500 Tieren verantwortungslos verharmlost.
Ende Mai 1985 erhielten wir in einem anonymen Anruf die Aufforderung, uns in Kairlindach umzusehen. Wir fuhren sofort hin und fanden das dortige Storchenmännchen in einem erbärmlichen Zustand vor: Sein linkes Bein hatte eine auffällige Fehlstellung und war ungefähr 45 Grad nach außen gedreht, es hing beim Fliegen baumelnd herunter, beim Gehen hüpfte das Tier praktisch von rechts auf rechts, die kurze Belastung des linken Beines durch 2 Flügelschläge mindernd. Wenn es versuchte sich am Kopf zu kratzen, erreichte es diesen nicht und führte die Kratzbewegung auf halber Höhe sinnlos aus. Trotz dieser offensichtlich schweren Verletzung wechselte es sich mit dem Weibchen beim Bebrüten des Vierergeleges ab. Beim Sitzen ragte das linke Bein pathologisch über den Körper hinaus. Während der Beobachtungen vom zufällig eingerüsteten Kirchturm aus gab uns das anfliegende Weibchen einen Fingerzeig auf die Unfallursache: Zwischen zwei Dachständern flog es über dem Nachbaranwesen voll in die elektrischen Hausversorgungsleitungen. Abgesehen von leichteren Blessuren an den Füßen kam es mit dem Schrecken davon. Wir hatten keinen Zweifel, dass sich das Männchen seine schwere Verletzung auf diese Weise holte. Lenz und ich vermuteten, dass das linke Hüftgelenk entweder ausgekugelt ist (Luxation) oder den Bruch des linken Oberschenkels (das sichtbare Gelenk am Storchenbein ist das Fersengelenk. Das Kniegelenk befindet sich unmittelbar am Körper und ist bereits befiedert. Der Oberschenkel liegt praktisch waagrecht und mündet über das Hüftgelenk in den Beckenknochen.).
Nach Lage der Dinge gab es für das Storchenmännchen und Familie nur eine humane Lösung: Einfangen und tierärztliche Behandlung, denn jeder verlorene Tag verlängert sein Leiden und mindert die Heilungs-Chancen. Außerdem kann es durch die beschränkte Beutefähigkeit keinen wesentlichen Beitrag zur Ernährung der Brut leisten, wodurch diese Gefahr liefe zu verhungern. Wir schlugen deshalb der Naturschutzbehörde in Ansbach vor, den Verletzten einzufangen, das Gelege zu bergen und im Brutschrank künstlich zu erbrüten und die Jungtiere auf andere Horste zu verteilen. Dies hatten Lenz und ich schon wiederholt erfolgreich praktiziert. Nun folgte ein wochenlanges Tauziehen mit Ansbach, wo man der Meinung war, dass das Brutgeschehen ohne Eingriff weitergehen müsste, dies hatte schlimme Folgen: 2 der 4 geschlüpften Jungtiere verhungerten, 2 überlebten, nachdem Lenz und ich eine Fütterung eingerichtet hatten. Das Ringen um eine Fangerlaubnis zog sich Wochen dahin, Briefe, Telefongespräche, eine Sitzung des Naturschutzbeirats brachten, immer in Aktionsgemeinschaft mit Hilpoltstein (LBV) ein nicht endend wollendes Hinhalten. Schließlich kamen uns Zweifel an der Redlichkeit von Ansbach und Hilpoltstein. Vielleicht wollten sie nicht einfangen, weil eine saubere Röntgendiagnose ihre bisherigen Entscheidungen als dilettantisch und tierquälerisch entlarven würde.
 Das Martyrium des Storches vor Augen und ausgerüstet mit einem intakten Gefühlsleben entscheiden sich Lenz und ich für das Tier und gegen Hilpoltstein und Ansbach. Staatliche Autorität endet dort, wo sie gegen gute Sitte verstößt, habe ich einmal in Ethik gelernt. Inzwischen hat das schwerverletzte Tier auch einen Namen bekommen: Ludwig Schlapphauser, nicht ganz zufällig, seine Peiniger sollten sich in der Silbenkombination wiedererkennen. Ludwig bekam ein Fischchen vorgelegt, welches er brav schluckte, nicht ahnend, dass diesem ein Narkotikum inkorporiert war. Er wurde ergriffen und sofort zum Nürnberger Tiergarten gebracht, Diagnose: Hüftgelenkluxation, Therapie wegen Verwachsung der Gelenkpfanne nicht mehr möglich! Wenn jetzt jemand vermuten sollte, dass Hilpoltstein und Ansbach ihre Fehleinschätzung bedauert haben, irrt man sich. Ihr Zorn richtete sich voll gegen uns, da wir ohne Erlaubnis gehandelt haben. Im Wiederholungsfall würde dies zu einem Bußgeld führen. Entsprechende Schreiben bekamen alle Polizeiinspektionen mit der Aufforderung, unser Treiben zu beobachten.
Für Ludwig kam alle Hilfe zu spät. Wir konnten für ihn nichts mehr tun, außer sein Martyrium zu Papier zu bringen. Dies ist geschehen mit dem Titel: „Das Leiden des Ludwig Schlapphauser, die amtlich verordnete Storchentragödie von Kairlindach“.
Unser Aufsatz fand reißenden Absatz und hat große Empörung ausgelöst, auch unter den Erlanger LBV-Mitgliedern. Der Landesvorsitzende Ludwig Sothmann dürfte Ludwig Schlapphauser auch gelesen haben. Er berief für Erlangen eine Mitgliederversammlung ein und kündigte sein persönliches Erscheinen an. Er hielt tatsächlich Wort, spürte aber bereits beim Betreten des überfüllten Naturfreundehauses einen eiskalten Wind, der ihm ins Gesicht wehte. In dem Augenblick als alle Anwesenden glaubten, dass die Versammlung eröffnet würde, verließ Sothmann aber fluchtartig den Saal und brauste mit seinem Auto davon. Die Anwesenden waren maßlos enttäuscht. In der anschließenden Diskussion wurde festgestellt, dass die Stiefel, die er sich als Landesvorsitzender angezogen hatte, wohl ein paar Nummern zu groß waren. Die Mitglieder erzwangen eine neue Versammlung, bei dem der alte Kreisgruppenvorstand geschasst wurde. Maria Bullemer wurde nahezu einstimmig zur neuen Vorsitzenden gewählt. In ihrer Antrittserklärung betonte sie ihren Wunsch, nach einem Ausgleich mit dem Landesvorstand. Sie war aber auch in der Lage im Konfliktfall eigenes Hirn und Herz zu benutzen. Gestärkt hat ihre Position ihr Ehemann, ein Pfarrer und Beauftragter der evangelischen Kirche für Umweltfragen. Die Bullemer-Zeit haben alle in guter Erinnerung, besonders ihren Beitrag zur Frage: Im Notfall helfen oder nicht? Maria nahm Verbindung auf mit der ersten Garde im europäischen Storchenschutz und schaffte es alle zu einem Symposium nach Erlangen zu bringen.
Allen voran Max Bloesch, Altreu-Solothurn, Schweiz. Er begann ab 1960, als es in der Schweiz kein einziges Storchenpaar mehr gab, mit dem Wiederaufbau einer Population mit verwaisten Jungtieren aus Nordafrika. Heute brüten in der Schweiz wieder ein paar hundert Paare. Er galt in Storchenfragen europaweit als höchste Instanz.
Dann Alfred Schierer aus Frankreich (Elsaß), der dort die Population vor dem Erlöschen bewahrte und Gerhard Creutz, DDR, Biologe und Erfolgsautor, der das beste Storchenbuch geschrieben hat (Brehms Bücherei) und viele andere aus der Bundesrepublik.
In einer Podiumsdiskussion wurden in Anwesenheit von Presse, Funk und Fernsehen die Storchenprobleme erörtert. Auch Hilpoltstein und Ansbach waren eingeladen, aber nicht erschienen. Der Diskussionspunkt „ethische Fragen“ nahm aus gegebenem Anlass einen breiten Raum ein. Die bayerische Methode: Im Notfall zusehen und krepieren lassen, löste Kopfschütteln aus. Gerhard Creutz brachte es auf den Punkt. „Jeder tote Storch ist ein toter Storch zu viel“. Und Max Bloesch fasste zusammen, „im Storchenschutz sind Kopf und Herz untrennbar“. In einer Abschlusserklärung wurden die Ergebnisse zu Papier gebracht.
Maria Bullemer bekam die Unverfrorenheit, auf Kreisebene eine europäische Tagung abzuhalten, nicht gut. Ihre Kreisgruppe wurde fortan von Hilpoltstein geschnitten und blockiert. Anfang der 90-er hat sie resigniert und ihr Amt niedergelegt und ist aus dem LBV ausgetreten, mit ihr zahlreiche Mitglieder, darunter auch Lenz und ich. In meinem Austrittsschreiben stand der Satz, dass ich nach Sothmann wieder eintrete, wenn Barmherzigkeit im LBV wieder Platz hat. Wir schlossen uns der NUH (Natur- und Umwelthilfe) an, die von Otto Krämling, Kreisbaurat im Landratsamt, klug und sanft geleitet wurde. Lenz und ich erfuhren auf einmal Lob und Anerkennung und lebten richtig auf! Wir veröffentlichten eine Reihe von Arbeiten über Notsituationen, die bislang übersehen worden waren: Nässeschäden bei Nestlingen (a) und Kriechstromgefährdung auf Mittelspannungsfreimasten mit horizontalen Isolatoren (b).
Zu (a): Das von uns empfohlene Programm zur Reduzierung der Nestlingsverluste (Überprüfung des Horstes auf Wasserdurchlässigkeit und der Brut auf Beinabschnürung) wurde in Bayern von Hilpoltstein und Ansbach bekämpft und kam hier, abgesehen von unserem Bereich und einigen Kreisgruppen, die vertraulich mit uns in Verbindung stehen, nicht zum Zuge. Ganz anders in Baden-Württemberg, wo der dortige Landesbeauftragte damit sehr gute Erfahrungen machte und seinen Mitarbeitern unsere Methode empfahl. Der dortige Storchenbestand hat sich so gut entwickelt, dass über die Landesgrenze hinaus und nach Bayern hinein ein regelrechter Populationsdruck entstand, der dazu führte, dass das bayerische Bestandsminimum vor ca. 60 Paaren Ende der 80-er sich mittlerweile auf etwa 200 Paare erholt hat (Die Herkunft eines Storches kann durch Ringablesung ermittelt werden). Der LBV sieht die Erholung des bayerischen Bestandes ganz anders und deutet diesen als „sensationellen Erfolg der LBV-Storchenpolitik“.
Zu (b): Viele Störche, besonders Jungtiere bei einem ihrer ersten Ausflüge, kommen auf Mittelspanungsmasten (20 KV) ums Leben. Vom Schadensbild her gibt es 2 Unfalltypen: Das verunfallte Tier liegt entweder mit starken Verbrennungen direkt am Mastfuß oder ohne Verbrennungen mit starken inneren Verletzungen ca. 30 m vom Mastfuß entfernt. Dieses Tier hat also beim Absturz noch gelebt und mit den Flügeln geschlagen, bevor es auf den Boden aufschlug. Die veterinär-medizinische Untersuchung ergibt: „schwere innere Verletzungen nach Schlag mit einem stumpfen Gegenstand, elektrische Einwirkung nicht nachweisbar!“ Dieser häufigste Unfalltyp machte Lenz und mir großes Kopfzerbrechen. Als Baurichtlinie für Freileitungsmaste wurde vor ca. 30 Jahren ein Vogelschutz-Paragraph formuliert. Dieser kennt nur eine Unfallursache, und zwar die Berührung eines Leiterseils durch das geerdete Tier. Es gibt aber eine zweite: Berührung eines (verschmutzten und feuchten) Isolators, auf welchem Kriechströme fließen. Diese sind zu schwach, um den Delinquenten zu verbrennen, aber stark genug, ihn zu elektrisieren und mit verkrampfter Muskulatur zum Absturz zu bringen. Seit ca. 30 Jahren versuchen Lenz und ich einen diesbezüglich erweiterten Vogelschutz-Paragraphen durchzusetzen und waren Mitte der 90-er fast erfolgreich: Anlässlich eines Besuchs in Erlangen haben wir den damaligen Bundesumweltminister Prof. Töpfer um ein Gespräch gebeten, wir waren erstaunt wie schnell er das Kriechstrom-Phänomen kapierte! Er versprach uns den erweiterten Vogelschutz-Paragraphen durchzusetzen und kurz darauf erreichte uns eine schriftliche Mitteilung des zuständigen Sachbearbeiters in Bonn, dass unser Anliegen zum Zuge käme, da passierte was Schlimmes, Töpfer ist bei Kohl in Ungnade gefallen und durch eine Frau namens Angela Merkel ersetzt worden. Seitdem war man in Bonn und später in Berlin wieder taub auf diesem Ohr.
Die Verbandshoheit zu diesem Thema liegt bei der Arbeitsgruppe „Stromtod“ des NABU (bundesweiter Vogelschutzverband, in Bayern vertreten durch den LBV), der „Head of the Team“, wie er sich selbst nennt, ist ein Arzt im Schwäbischen mit sehr beschränktem elektrotechnischen Wissen, aber hohem Autoritätsanspruch. Unsere Ergänzungsvorschläge fasste er als persönliche Kritik auf und reagierte beleidigt, das Kriechstromphänomen negiert er. Das hat verheerende Folgen für den Storch, denn der Abspannmast (Horizontal-Isolatoren), der gefährlichste von allen, gilt nach seiner Sicht der Dinge, als weniger gefährlich.
Zur deutschen Vogelwarte in Radolfzell (Max-Planck-Institut für Ornithologie) habe ich ein gutes Verhältnis. In den Konflikten mit LBV Hilpoltstein hat Radolfzell wiederholt unsere Auffassung gestützt. Als dort vor einiger Zeit eine Anfrage der Universität Kapstadt einging, zu der Art und Weise, wie in Deutschland Nestunterlagen für den Weißstorch gebaut werden (in Südafrika brüten neuerdings auch einige Weißstorchpaare) hat Radolfzell das Schreiben zur Beantwortung an mich weitergeleitet. Wir verwenden seit einigen Jahren einen Nistkorb aus 15x15 cm Baustahlgitter, feuerverzinkt und erreichen damit die beste Rundumtrocknung nach Regen.
Zu Beginn der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts hat Radolfzell mich gebeten, die Jungstörche in Mittel- und Oberfranken zu beringen. Da ich mein gutes Verhältnis zu Radolfzell nicht gefährden wollte und die neuen Ringe aus Teflon waren, also schmutzabweisend, im Gegensatz zu den alten Aluminiumringen, die oberflächlich ausblühten und verschmutzten und dadurch für den Träger zu einer Gefahr wurden, sagte ich zu. Ich habe die umfangreichen Arbeiten nun mehrere Jahre ausgeführt und zahlreiche Dankschreiben aus Radolfzell erhalten.
Im Mai 2008 habe ich die Beringung der Vacher Brut vorbereitet und die Fürther Feuerwehr angerufen mit der Bitte den Horst mit der Drehleiter anzufahren (der Storchenschützer ist oft auf die Hilfe der Feuerwehr angewiesen, ihre Hilfsbereitschaft ist von Ort zu Ort verschieden, die Fürther waren diesbezüglich immer vorne dran). Ich staunte deshalb nicht schlecht, als mir der Wachhabende mitteilte, dass ein lokaler LBV-Funktionär aufgetaucht sei, mit einem Schreiben aus Ansbach, aus dem hervorging, dass ich nicht mehr berechtigt sei, Störche zu beringen. Ich wandte mich unverzüglich an Ansbach und bekam einen Brief, in welchem mein Hinauswurf begründet wurde: Charakterliche Mängel, Unzuverlässigkeit. Bezug genommen wurde auf einen schriftlichen Bericht, den ich nach den Ereignissen von Pfingsten 2007 nach Ansbach geschickt hatte. Damals gab es tagelang Kaltregen und die Horste, die mit Kameras ausgerüstet sind, zeigten sterbende Storchenbruten. Ich war von früh bis abends unterwegs und holte aus allen Horsten, die ich erreichen konnte, die Bruten und übergab sie meiner Frau zur Reanimierung, d. h. Wärmebad mit Herzmassage, Trockenföhnen, Füttern, Mobiliar sichern, denn Jungstörche geben den Kot horizontal ab. Die ganze Wohnung stand voller Störche und am Abend hatte sie von den 30 übergebenen leblosen Jungtieren 15 ins Leben zurückgeholt.
All das habe ich Ansbach geschrieben und samt der Beschreibung unserer neu entwickelten extrem wasserdurchlässigen Horstunterlage nebst Bildern übersandt. Letzteres interessierte Ansbach nicht, nur mein „unerlaubter Eingriff in das Brutgeschehen“, der meinen unzuverlässigen Charakter offenbare und mich als Beringer disqualifiziere. So einfach ist das!
Wie lief das in Bayreuth? Denn auch in Oberfranken hatte Radolfzell meine Beringerlizenz durchgesetzt: Im Frühsommer 2007 erreicht mich ein Hilferuf von der Berufsschule Forchheim. Dort hatten im Jahr davor Berufsschüler ein Storchennest nach meiner Anleitung gebaut und waren sehr stolz, dass ihr Nest nun besetzt war. Leider gab es nun eine Aufregung, denn das Männchen flog bei eben geschlüpfter Brut den Horst nicht mehr an, sondern hielt sich die ganze Zeit auf dem benachbarten Sportplatz am Boden auf. Das bedeutet für die Brut extremen Hunger, denn das Weibchen füttert allein nicht, sondern wartet beständig auf die Wachablösung. Ich fuhr sofort nach Forchheim, sah auf den ersten Blick, dass er einen Flügel gebrochen hatte und tat das, was jeder erfahrene Storchenschützer in dieser Situation getan hätte, holte die Brut vom Horst, fütterte sie und fing dann das verunfallte Männchen und brachte alle in den Nürnberger Tiergarten zur Handaufzucht bzw. zur Heilbehandlung. Das war gerade im Höhepunkt der Vogelgrippenhysterie und der Zoo war behördlich gehalten, alles was eingeliefert wurde, einzuschläfern. Ich erfuhr das gerade noch rechtzeitig, packte meine Ladung wieder zusammen und suchte mir einen privaten Tierarzt für die Bruchbehandlung. Die Brut nahm ich mit nach Hause, bis ich geeignete Ammenbruten fand und horstete sie dort ein. Das war in kurzen Worten eine ziemlich lange Geschichte. Wesentlich war die Reaktion Bayreuths (obere Naturschutzbehörde bei der Regierung in Oberfranken). Praktisch zeitgleich mit Ansbach entdeckten auch sie bei mir den Charakterdefekt „Unzuverlässigkeit“, weil „eine Storchenbrut aus dem Nest geholt wurde“. Das Drum und Dran wurde großzügigerweise weggelassen und Michel flog raus!
Lieber Leser Du hast richtig gelesen, wenn ich die Bruten an Pfingsten an Unterkühlung hätte sterben lassen und die Forchheimer verhungern, wäre ich heute noch ungetadelter Beringer, hätte aber allen Grund mich zu schämen! Der Hinauswurf hat mich richtig stolz gemacht.
Wäre noch der erstaunliche Informationsfluss von Ansbach nach Hilpoltstein zu klären. Ich fragte diesbezüglich in Ansbach an und weil man nicht besonders mitteilungsfreudig war, noch einmal. Und erfuhr dann tatsächlich, dass Hilpoltstein über meinen Hinauswurf informiert worden war. Ich schrieb noch, dass es sich aus meiner Sicht um eine peinliche Angelegenheit handele, bei der meine Persönlichkeitsrechte aus Datenschutzgründen gewahrt werden müssten, zumal sich das Mitgefühl in Hilpoltstein in Grenzen halten dürfte. Da rückten sie mit der Sprache heraus: Ansbach sei vertraglich verpflichtet, derartiges Hilpoltstein mitzuteilen. Natürlich will man als Betroffener einen solchen Vertrag lesen und wurde an eine noch höhere Instanz verwiesen, die mir auf Anfrage mitteilte, dass dies aus Datenschutzgründen nicht möglich sei! Na bitte, es gibt doch Datenschutz in Bayern, nur etwas einseitig angewandt. Wollen wir über den unbekannten Vertrag etwas spekulieren: Hilpoltstein ist ein Verein mit vielen Angestellten (ein paar Dutzend) und muss viele Gehälter zahlen. Es könnte deshalb sein, dass in dem Vertrag eine jährliche Geldzahlung an den LBV festgelegt ist, welche unter anderem honoriert, dass dieser bei den staatlichen Bauplanungen keinen größeren Ärger macht. Was hat der Storch damit zu tun? Es könnte sein, dass der Arme eine Art Feigenblattfunktion erfüllen muss, in dem Sinn, Koordination der Storchenschutzarbeit für den LBV für Geld aus München. Etwas boshaft könnte man sagen, die Innovationen im Storchenschutz kamen in den letzten Jahrzehnten aus Erlangen, die staatlichen Zuschüsse gingen nach Hilpoltstein.
Ganz untätig ist der LBV natürlich nicht! Wie emsig die Fürther Feuerwehr über meinen Hinauswurf informiert wurde, habe ich schon gesagt. Er verschickte auch eine Bauanleitung für eine Weißstorchnestunterlage und zwar die exakte Kopie des NUH-Firstreiters, ohne den Urheber zu nennen. Das ist geradezu das LBV-Markenzeichen! Und noch zwei weitere Beispiele seiner Aktivitäten, Pörnbach und Auerbach, dann soll Schluss sein, mehr Aufmerksamkeit verdient er nicht.
Pörnbach bei Pfaffenhofen: 2004 wurden mir eine Pressemitteilung des Herrn Prof. Leppelsack und empörte Leserbriefe dazu zugesandt. Was war passiert? Das brutpflegende Storchenweibchen war von einem Auto überfahren worden und die Brut war in Gefahr zu verhungern, da das Männchen in einem solchen Fall untätig auf Wachablösung wartet. Jeder anständige Storchenschützer würde umgehend die Brut aus dem Nest holen, nicht so Herr Leppelsack, der erklärte der Presse, dass ein Storch, der in Menschenhand war, für die Natur verdorben und unerwünscht sei, deshalb hat die Brut zu sterben. So geschah es auch. Mein Versuch von hier aus in die Katastrophe einzugreifen, kam zu spät. Herr Leppelsack ist übrigens Stellvertreter Sothmanns im LBV-Landesvorstand. Thomas Zieges Fehlleistung mit dem Rezelsdorfer Jungstorch Fritz, den er dem kinderlosen Paar von Kairlindach ins Nest setzte, sollte aus dieser Sicht nicht gerettet werden, sondern umgebracht.
Auerbach: Wiederholt bin ich bei Starkregen zu Bruten nach Auerbach in der Oberpfalz gerufen worden. Die dortige Nestunterlage war ein Weidenkorb, der durch die Trittmassage der Alttiere vollends abdichtet und für die Brut zur Todesfalle wird. Ich bot deshalb der dortigen Gemeindeverwaltung an, den schlechten Weidenkorb gegen unseren großmaschigen Metallkorb auszutauschen und wir vereinbarten einen Terminplan für die Arbeiten. Ein paar Tage vor Arbeitsbeginn kam aus Auerbach eine schriftliche Absage! Im Briefumschlag bemerkte ich ein weiteres Schriftstück, welches (versehentlich oder absichtlich?) mit hineingeraten war. Der LBV hatte vom Projekt Wind bekommen und es zu Fall gebracht, mit dem Hinweis, dass es in den osteuropäischen Ländern und in der Türkei noch so viele Störche gäbe, dass meine Absicht den Auerbacher Horst zu sanieren, unbegründet sei!
Ich habe aus dieser Erfahrung die Konsequenz gezogen, dass ich nur noch bei schriftlicher Beauftragung durch den Hausbesitzer tätig werde. So geschehen zuletzt in Bad Rodach.
Im Erlanger Rathaus gab es einmal eine große Zeit für Natur und Umwelt, wie man auf einer Erinnerungstafel unter dem Bahnhof lesen kann. Wir waren einmal Bundessieger in einem diesbezüglichen Wettbewerb, wobei auch die Erlanger Störche einen Beitrag geleistet haben. Die hier zu nennenden Namen beginnen zufällig alle mit „H“: Hahlweg, Horneber, Habermeier, Heinrich. Die Nachfolger zeigen diesbezüglich kein besonderes Interesse. Aus dem Umweltamt tönt es gar, dass der Storch der Urbanisierung im Wege stünde und hier nichts mehr verloren hätte. Zur Illustration zwei Beispiele:
–  Unser Vorhaben, auf unserem Wiesengrundstück am Adergraben (Alterlanger See), dessen Ufer etwas abzuflachen, damit der Storch ans Wasser kann, wurde von der Stadt gestoppt und uns der Rückbau des Steilufers auferlegt, mit der Begründung, dass Keime in den Boden eindringen könnten. In der unmittelbaren Nähe hat die Stadt vor ein paar Jahren ein Abwasserrückhaltebecken gebaut, wozu eine riesige Baugrube monatelang offen gehalten wurde. Auch gegen das Ausbringen von Gülle zweimal im Jahr hat man keine Verkeimungssorgen.
–  Bei der Besetzung der Amtstierarztstelle hat sich die Stadtverwaltung für eine Person entschieden, die keine besondere Tierliebe erkennen lässt. Trotz anderslautender Vereinbarung hat sie versucht die Fütterung der Winterstörche zu verhindern, indem sie meine Abfalllieferanten aufsuchte und diesen unter Strafandrohung untersagte, Abfälle an mich abzugeben. Um wenigstens eine Notversorgung aufrecht zu erhalten, sind meine Frau und ich nachts bei den Karpfenschlächtern eingestiegen und haben unter Umgehung der Bewegungsmelder Storchenfutter herausgeholt. Unter dem Druck der Öffentlichkeit (Leserbriefe) und einem Urteil des Verwaltungsgerichts wurde sie knieweich. Karpfenabfälle dürfen wieder abgeholt werden, der Schlachthof ist allerdings immer noch blockiert. Der Hungerwinter 2008/2009 blieb nicht ohne Folgen. Eines Tages lag ein völlig entkräfteter Storch auf dem Acker, als ich ihn aufhob, stockte mir der Atem, es war Twenty. Ich brachte sie sofort zu guten Veterinärmedizinern, die ihr aber nicht mehr helfen konnten. Twenty starb an Entkräftung Als besagte Amtsperson bei einer Besprechung äußerte, daß sie sich zum Problem der Überwinterer „kundig machen“ müßte, empfahl ich ihr das Büchlein von Mohr-Berthold: „Vögel füttern, aber richtig“ (KOSMOS-Verlag; Prof. Berthold ist der ehemalige Chef der deutschen Vogelwarte, mit weltweitem Ansehen, Gabriele Mohr ist seine Ehefrau), sie scheint es aber in Hilpoltstein getan zu haben, wo man auf das Überleben der Überwinterer keinen Wert legt. Das Argument hierzu, Überwinterer produzieren wieder Überwinterer, ist allerdings falsch. Kürzlich bekam ich von der Vogelwarte den Bescheid, daß ein Nachkomme Twentys, den ich selber beringt hatte, in Nigeria abgeschossen wurde.
Erheblichen Widerstand bei der Winterfütterung leisten auch die Jäger, die in schamloser Weise auf die letzten Rebhühner und Feldhasen an der Regnitz schießen, denn das Storchenfutter zieht auch ungebetenerweise Krähen an, die im vorwissenschaftlichen Naturbild der bayerischen Jäger zusammen mit anderen „bösen“ Arten, wie Fuchs, Wiesel usw. als Raubzeug gelten. Gleichwohl spielt die Krähe am Futterplatz eine wichtige biologische Rolle: aufgrund ihrer Intelligenz und Vorsicht zeigt sie durch ihr Verhalten Gefahren an, wovon die anderen Arten durchaus profitieren. Wenn z.B. die Waidmänner am Futterplatz auf Krähen schießen ist eine Woche lang keine mehr zu sehen, auch kein Storch! Auf diese Weise ist vor 3 Jahren ein schwedischer Sender-Storch an Entkräftung ums Leben gekommen. Das Zerstören der Futterbehälter und das Briefeschreiben an Behörden mit völlig aus der Luft gegriffenen Behauptungen (z.B. „Rattenplage“, habe allerdings noch nie eine Ratte an der Fütterung gesehen) sind demgegenüber eher harmlose Späße. Dringend nötig wäre die Einstellung der Jagd im Stadtgebiet und eine neue Jagdmotivation gemäß den Ergebnissen der wildbiologischen Forschung, statt dem Vergnügen, das eine kranke Minderheit beim Schießen auf lebende Tiere empfindet.

(An dieser Stelle erscheint im Original übrigens eines der vielen Photos, die jenen Vortrag auf beste Art illustrieren; der Text dazu lautet: Ein Twenty-Kind kehrte mit einem offenen Beinbruch nach Hause, Röntgendiagnose: Schußbruch! Das ist selbsterklärend und wirft ein entsprechendes Bild auf so manche Jagd-Menschen, die sich angeblich so der Natur verpflichtet fühlen ...; Anm.: J. Buchenau)

Ein gutes Referat darf nicht zu lange werden! Sollte jemand noch mehr über Störche und Behörden erfahren wollen, der sei auf unsere Internetseiten www.natur-und-umwelthilfe.de verwiesen. Andererseits will ich folgendes nicht vergessen: Die viele Arbeit, die in Erlangen von einem kleinen Verband geleistet wurde, bedurfte vieler fleißiger Hände, denen ich Dank schulde. Aus den Reihen der Markomannia fällt mir für die Sparte Biotoppflege auf die Schnelle ein: Alfred Frisch, Richard Haffner, Sepp Hägler und Lothar Posse und aus der Sparte Rechtsbeistand: Helmuth Böller.



Storchenmord von Büchenbach, die vergifteten Fische lagen am Grossauweiher in Kosbach, Besitzer sattsam bekannt."

Michael Zimmermann (Mai 2009)



Das Leiden des Ludwig Schlapphauser -- die amtlich verordnete Storchentragödie von Kairlindach
(hier mit freundlicher Genehmigung von Herrn Zimmermann präsentiert.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Entstehungsgeschichte der Natur- und Umwelthilfe e.V.    (oder: Warum man sich manchmal 'lossagen' muß!?)


Zu der Entstehungsgeschichte der Natur- und Umwelthilfe e.V. (NUH) teilte mir Herr Michael Zimmermann auf meine Anfrage in einer Kurzfassung im Frühjahr 2015 Folgendes mit:

"Bis Anfang der 80-iger waren wir alle ergebene Mitglieder des LBV, teilweise schon jahrzehntelang. Da kam aus Hilpoltstein die Mitteilung, dass nun ein bayerisches Storchengutachten angefertigt würde und dass alle Kreisgruppen daran mitarbeiten sollen. Was wir auch ergebenst taten. Das Ergebnis, die Beurteilung unserer Mitarbeit durch den Verfasser Anton Burnhauser bekam von diesem ein hohes Lob: Franken kann stolz auf uns sein. Als das Gutachten dann fertig war und auf Umwegen in unsere Hände kam, rieben wir uns die Augen, denn das, was wir dort einbringen wollten, v.a. die hohe Nestlingssterblichkeit, kam nicht zum Zuge. Überrascht hat auch der Preis des Gutachtens: unter der Hand war von DM 300.000,-- die Rede. Wir fühlten uns veranlasst, das dort unterlassene, wohlgemerkt als LBV-Kreisgruppe, zu Papier zu bringen (Lenz/Zimmermann). Diese Arbeit war im Gegensatz zur Burnhauser-Arbeit völlig kostenlos, aber die Veröffentlichung machte große Schwierigkeiten. Eine bereits erreichte Zusage durch den DBV, Herrn Flassbarth, wurde von diesem wieder zurückgezogen, da es sich in Bayern um ein 'heißes Eisen' handelte. Dann geschah das Wunder, die Bayerische Naturschutzakademie erwies sich als vom LBV unabhängig und veröffentlichte unsere Arbeit (Jugendsterblichkeit beim Weißstorch). In dieser Arbeit wurde auch erstmalig auf die Kriechstromgefahr hingewiesen.  1)

Noch ein paar Bemerkungen über Anton Burnhauser: er hat Anfang der 80-iger auch Jungstörche beringt, da ist ihm in Hahnbach folgendes passiert: er hat gegen die Regel einen Horst mit einer über 5 Wochen alten Brut nicht mehr anzufahren, da in dieser Zeit die Akinesephase in die Fluchtphase umschlägt verstoßen und versucht eine 8 Wochen alte Brut zu beringen, wobei die Jungtiere absprangen und in den Tod stürzten. Mit den Beringungsdaten ist er sehr eigenwillig verfahren, wie das Schreiben der Vogelwarte (Beringung Burnauser) beweist.  2)

1988 hatte Maria Bullemer, die damalige LBV Kreisvorsitzende, die Idee, die erste Storchengarde Europas zu einem Symposium nach Erlangen zu kriegen. Darunter Lösch/CH, Kreutz/DDR, Schierer/F, Hatlapa/D und noch ein paar andere. Aus taktischen Gründen traten wir nicht als LBV Kreisgruppe in Erscheinung, sondern überließen formal dem Bayerischen Ökologenbund die Veranstaltung. Kernaussage war „Jeder tote Storch ist ein toter zu viel“. (siehe auch das Abschlußdokument „Weißstorch Symposium“.  3)

Der LBV Hilpoltstein und die Obere Naturschutzbehörde von Mfr (Ansbach) waren auch eingeladen, erschienen jedoch nicht. Deren ethisches Bekenntnis war ja sattsam bekannt und ist nirgends überzeugender zum Ausdruck gekommen, als in einem späteren Protokoll von Otto Krämling, welches ebenfalls beigefügt ist.  4)

Die Selbständigkeit der Erlanger LBV Kreisgruppe wurde durch Hilpoltstein mit Ausgrenzung bestraft, sodass Anfang der 90-iger Maria Bullemer das Handtuch warf. Mit ihr traten viele LBV Mitglieder aus dem LBV aus und formierten sich als NUH Erlangen e.V. neu. Ebenfalls unter Marias Vorsitz.

Ein paar Jahre später zog sie aus Erlangen weg in ihre Heimatstadt Bad Steben und es begann die Amtszeit von Otto Krämling, die bis vor wenigen Tagen andauerte, da trat er aus Altersgründen zurück, und die Mitgliederversammlung hat Matthias Thurau einstimmig zum Nachfolger gewählt, zweite Vorsitzenden wurde, ebenso einstimmig, dreimal dürfen Sie raten, aber Sie werden es bereits beim ersten Mal erraten, richtig, Brit Haagna.

In unseren Austrittsschreiben an den LBV tauchte immer wieder die Formulierung auf: „Vorübergehender Austritt bis nach Sothmann wieder Erbarmen in den Verband Einzug hält“. Ob das durch Herrn Schäffer (neuer Vorsitzender des LBV seit  Oktober 2014, Anm. d. V.) der Fall sein wird, muss wohl bezweifelt werden."

1) wird demnächst hier dargestellt

2)   Mit Schreiben vom 10.06.1992 teilte auf dessen einschlägige Anfrage die Vogelwarte Radolfzell Herrn Michael Zimmermann mit: "Sie hatten uns am 7.6.92 den Fund eines Weißstorches mit der Ringnummer Radolfzell 02290 mitgeteilt. Leider können wir Ihnen nicht sagen, wo und wann der Vogel beringt wurde, da es uns bis jetzt nicht gelungen ist, die Beringungsdaten vom zuständigen Beringer (A. Burnhauser, Augsburg -- die im Schreiben angegebene genaue Anschrift von mir weggelassen!) zu erhalten, der schon seit Jahren nicht mehr auf unsere Anfragen und Mahnungen reagiert."

3) Die Abschlußerklärung des BÖB (Bund der Ökologen Bayerns e.V.) vom 23. April 1988 hat folgenden Inhalt:

"Die als Experten geladenen Teilnehmer der heutigen Podiumsdiskussion "Ist dem Weißstorch noch zu helfen?" sind der folgenden Meinung:
+ Die Bestandsentwicklung des Weißstorches in Westeuropa ist besorgniserregend.
+ Der Storchenbestand in Bayern ist soweit zurückgegangen, daß die Gesamtpopulation vom völligen Erlöschen bedroht ist.
+ Daher ist neben den allseits akzeptierten Hilfsmaßnahmen für die Art auch der Schutz jeden einzelnen Individuums notwendig.
+ Dieser Individualschutz in Form von Horsteingriffen, zeitweiser Zufütterung etc. verhindert nicht die natürliche Selektion und führt ebenfalls nicht zu unerwünschten Domestikationserscheinungen.

Die Teilnehmer fordern daher:

1. die Lebensräume des Weißstorches zu erhalten und zu verbessern;
2. die gefährlichen Mittelspannungsmasten in den Lebensräumen und längs der Zugwege zu entschärfen;
3. die hohen Nestlingsverluste während der Schlechtwetterperioden im Mai / Juni durch rechtzeitiges Wasserdurchlässigmachen des Horstes zu verhindern;
4. alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die Gefahrenquellen (Jagd, Pestizideeinsatz etc.) entlang der Zugstraßen und im Winterquartier zu beseitigen."

Unterzeichnet wurde diese Abschlußerklärung einvernehmlich von hochkarätigen Storchenexperten: Dr. Gerhard Creutz (DDR), Dr. Max Bloesch (Schweiz), Hans Dieter Graf (DDR), Georg Fiedler (BRD), Dr. Alfred Schierer (Frankreich), Manfred Hardel (BRD) sowie Hans Heinrichz Hatlapa (BRD)

4) Protokoll von Otto Krämling wird nach erfolgten Recherchen später hier eingefügt.

         
Ein Storchendank an Edmund Lenz und Michael Zimmermann für ihr Wirken um die Störche im Aischgrund und anderswo ..


Hier noch eine kurze Erläuterung zur Natur- und Umwelthilfe e.V., die bekanntlich als eine Abspaltung vom LBV wegen Dissens im Umgang mit den Tieren entstanden ist. "Die NUH versteht
sich, so die Aussage von Michael Zimmermann,  als ‚barmherzige Alternative zum LBV‘ und das soll um jeden Preis auch so bleiben. Auch wenn die Amtstierärztin und alle Verantwortlichen bei der Stadt alles in
ihrer Macht stehende tun, um das zu erschweren und zu verhindern. Nicht mit uns!!! Freilich sitzen die am längeren Hebel, aber ich hoffe auf die Diplomatie des neuen Vorsitzenden, der eine sehr umgängliche Art
hat. Soviel zur NUH."


       
Ein Storchendank an Edmund Lenz und Michael Zimmermann für ihr Wirken um die Störche im Aischgrund und anderswo ..


Michael Zimmermann ist weiterhin in der und für die Natur tätig, für die Geschöpfe. Allerdings ist er viel zu bescheiden und auch mit seiner tatkräftigen Arbeit befaßt, als daß er sein Tun "an die große Glocke" hängen würde. Deshalb möchte ich sein Wirken auch auf meinen Webseiten besonders hervorheben, nicht zuletzt weil es sich an Effektivität positiv von vielen abhebt, die ihn kritisieren oder versuchen, seine Arbeit gering zu gewichten. Das hat ein Mensch, der sein Leben für die Natur und Umwelt lebt, wirklich nicht verdient. Anstatt ihn zu unterstützen, werfen ihm sogar Personen, die vorgeben, sich für den Umweltschutz zu engagieren oder die qua Amt eigentlich dazu verpflichtet werden, nicht allzu selten sogar Knüppel zwischen die Beine .. Ich sehe das einfach als eines an: schäbig!

Hier ein bezeichnender Bericht mit Kommentierung zu einer Rettung eines Teils der Brut von Turmfalken:

"Rettung eines Teiles der Turmfalkenbrut, die durch Baumaßnahmen am Erlanger Schloss gestört wurden (26.-28.06.2015)

Wie alle Jahre verläuft der Ausflug der Wander- und Turmfalken nicht problemlos. Die später geschlüpften Tiere, die sich mit den etwas älteren Geschwistern in die Luft wagen, bauen eine Bruchlandung und liegen dann irgendwo hilflos herum. Der letzte solcher Fälle spielte sich am vergangenen Freitag auf dem Schlossplatz ab.

Feuerwehr-Drehleiter vor dem Erlanger Schloss
Möglicherweise spielten die Bauarbeiten am Schloss eine entscheidende Rolle, wo zwei Tage vorher eine Reihe der Sandsteinfiguren über dem Schloss-Haupteingang mit einem schweren Kran heruntergeholt und die Falkenbrut in der Nähe dadurch gestört wurde. Jedenfalls standen am Freitag drei Jungtiere auf dem Baugerüst und wurden dort, zum Glück, von den Alttieren mit Nahrung versorgt. Zwei weitere wurden glücklicherweise hinter dem Bauzaun, unmittelbar neben dem Haupteingang, auf dem Boden liegend, aufgefunden, wurden von den Alttieren jedoch nicht versorgt, möglicherweise, weil denen das zu gefährlich erschien.

Feuerwehrmann und Michael Zimmermann mit Turmfalke Sie wurden vorübergehend von dem für solche Problemen zuständigen NUH-lern (Rosi und Michael Zimmermann) zur Pflege aufgenommen. Zwei Tage wurde nur geschlafen und gefressen. Dann, am Sonntagmorgen wurden die Pfleglinge in ihrem kleinen Gefängnis unruhig, ein sicheres Zeichen, dass sie sich jetzt erstarkt fühlten und zu ihrer Familie zurück wollten.
Trotz intensiver Versuche gelang es nicht ins Schloss zu gelangen, wo man sie leicht durch ein oberes Fenster auf das Baugerüst hätte ausbringen können. Gegen Mittag wurde bei der Feuerwehr Erlangen angefragt, ob sie zu diesem Zweck nicht mit der Drehleiter anrücken könnte. Es wurde sofort zugesagt und zur Tat geschritten, was von den NUH-lern als begrüßenswerter Wandel empfunden wurde. Die Aktion verlief reibungslos und die Alttiere nahmen sofort die Brutpflege, auch bei den Rückkehrern, auf.

Irritiert hat allerdings, dass das Mißgeschick auf einem Universitätsgebäude passierte, wo man doch bei der Universität über ein Biologikum mit zahlreichen Spezialisten verfügt, die wissen sollten, dass Baumaßnahmen zur Hauptbrutzeit zu vermeiden sind.
In den Erlanger Nachrichten wurde auch über diese Falkenrettung geschrieben, allerdings leider ohne die eigentlichen Retter auch nur zu erwähnen. Doch wenigstens wurde die Feuerwehr lobend erwähnt. "




Irgendwann dann wieder mehr ...